Wolfgang Weitnauer, „Management Buy-Out – Handbuch für Recht und Praxis“ (2. Auflage)

„Der Buy-Out ist geeignet, verkrustete Strukturen mittelständischer Unternehmen aufzubrechen oder vernachlässigte Unternehmensbereiche zu neuem Leben zu erwecken“ (aus dem Vorwort zu o. g. Buch). Vor allem für Top Manager, die Buy-Outs realisieren möchten, ist dieses Buch geschrieben und sehr instruktiv.

Es wird seinem Anspruch gerecht, Handbuch zu sein, indem es auf rd. 360 Seiten thematische Breite bietet — durchaus nicht immer im Detail, aber immer so, daß man gut vorbereitet weiterdenken oder mittels umfangreicher Literatur-/Quellenhinweise andernorts weiterlesen kann.

Auch für den eher akademisch-finanztheoretisch, auch wirtschaftswissenschaftlich-studentischen oder juristisch interessierten Leser finden sich Beiträge, zum Beispiel kurze, lebendig geschriebene geschichtliche Abrisse über M & A allgemein sowie Buy-Outs speziell (vor allem am Anfang des Buches, nachfolgend Einsprengsel z. Bsp. über Finanzierungstrends & Auswirkungen der Finanzmarktkrise). Aufgrund seiner hohen Aktualität bietet der Beitrag zum KAGB tatsächlich nur „Bezüge“, es wird jedoch ausführlich die Regulierung von Private Equity Fonds diskutiert (u. a. AIFM-Richtlinie, KAGB, VC-VO-Anwendung), deren Status ich als „work in progress“ empfinde.

Wenn ich nun an die Hauptzielgruppe denke, gefällt mir, daß alle Phasen eines (typischen) Buy-Outs ausführlich besprochen werden, instruktiv sind die vielen Handlungsempfehlungen, die straff präsentierten Praxisfälle und vier Mustervereinbarungen im Anhang. Sehr gut ist dieses Buch v. a. dort, wo kleine Fallstudien und Modellrechnungen gebracht & erläutert werden, zum Beispiel zu Financial Covenants.

Wen Buy-Out-bezogene Steuerthemen interessieren, der findet hier umfangreich durchdeklinierte Szenarien zu Share oder Asset Deals, die lösungsnah getextet sind und damit einladen, unmittelbar in spezifische Dealkonstellationen einzusteigen und sich die relevanten Fragestellungen anzueignen.

Sehr praxisrelevant sind die Beschreibungen der vielfältigen Interessenkonflikte, die auftreten können, wenn das bestens informierte Management eines Unternehmens für den Verkäufer zwar Auskunft gib,  aber (schlußendlich) mit dem Käufer paktiert. Solche Konflikte aus Doppelrollen sind mir aus meiner beruflichen Praxis gut bekannt, sie beginnen bereits bei der Verschwiegenheitspflicht von Managern, die zu Beginn eines Buy-Out-Prozesses geregelt werden muß, v. a. wenn das Target eine AG ist.

Die unterschiedlichen Modelle der Managerbeteiligung (u. a. „sweet equity“ vs. „sweat equity“) sind ausführlich und gut beschrieben, daher unmittelbar verwendbar und für Manager, die erstmalig einen Buy-Out realisieren, von besonderem Interesse.

Ich finde dieses thematisch breite und sehr nutzbringende Buch deshalb empfehlenswert und hervorragend geeignet für die Hauptzielgruppe, also „als praktischer Ratgeber für an einem Buy-Out interessierte Manager“ (aus dem Vorwort zu o. g. Buch). „Unternehmer braucht das Land“ – dieses Buch kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

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„Management Buy-Out – Handbuch für Recht und Praxis“, herausgegeben von Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Weitnauer. Erschienen 2013 in 2. Auflage beim Verlag C. H. Beck, München. (Weitere Titel u. a. zu Venture Capital sind vom gleichen Autor beim Verlag C. H. Beck erschienen.)

Ulrich LEHMANN

Ulrich LEHMANN

10 Berufsjahre in Private Equity & Consulting sowie mehr als 15 Jahre operative inter-nationale Tätigkeit in Führungspositionen. Seit 8 Jahren betätigt er sich als Executive Interim Manager erfolgreich bei Transformationen und im Change Management bzw. in CFO- & CEO-Positionen (Vakanzüberbrückung).


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