Prävention – Prophylaxe – Vorsorge aus medizinischer Sicht (Teil 4)

Prävention- Prophylaxe – Vorsorge aus medizinischer Sicht (Teil 3)

Diskussion um Vorsorge.

Es gibt Behauptungen, dass statistisch gesehen mit Vorsorgeuntersuchungen kein signifikantes Plus an Krankheiten früher entdeckt werde. Bei den eingeschränkten vorgesehenen Untersuchungsparametern halte ich das für realistisch!

Fakt ist, dass immer noch Patienten viel zu spät zum Arzt kommen, deren Krankheit, wenn sie früher erkannt und behandelt worden wäre, entweder besser verlaufen wäre oder hätte geheilt werden können.

Fakt ist auch, dass dafür mindestens jährliche Untersuchungen in jedem Lebensalter und ein deutlich erweitertes Untersuchungsspektrum nötig ist.

Zusätzlicher Fakt ist aber auch, dass dazu eine Verbesserung der Gesundheitserziehung, der Selbstbeobachtung der Patienten , das heisst eine wirksame Aufklärung und Schulung gesunder Bürger in Präventionsfragen erforderlich ist.

Da sind Aussagen von hochrangigen Meinungsbildnern im Gesundheitswesen, die den Sinn von Vorsorgeuntersuchungen in Frage stellen, leider sehr kontraproduktiv.

Die Hintergründe solcher Aussagen müssen durchschaut werden!

  1. Es sind Vorsorgeuntersuchungen, wie sie ein gründlicher Allgemeinmediziner seinen Patienten angedeihen lassen möchte nicht bezahlbar, wenn sie jeder Bürger wahrnehmen würde (und jeder Arzt sie so gründlich ausführen würde).
  2. Erkenntnisse , die dazu führen, den Sinn von Vorsorge in Frage zu stellen, sind wie alle „ gesicherten“ Erkenntnisse durch statistische Erhebungen gewonnen. Ergebnisse sind immer abhängig von den geprüften Hypothesen, sie sind steuerbar von Interessen!
  3. Politiker, Gesundheitsplaner und Kostenträger sind an Erkenntnissen über die untersuchteGrundgesamtheit, die auf die Gesamtbevölkerung extrapoliert wird interessiert, die kostenmindernd genutzt werden können. Der Einzelfall ist dabei genauso uninteressant, wie kleine Gruppen, die nicht relevant sind für Kostenerparnis.
  4. Jeden einzelnen individuellen Menschen interessiert das Ergebnis einer Statistik nicht: als 12-Jähriger, der an Hautkrebs erkrankt , als 5 – Jähriger , der an Herzinfarkt stirbt, als 23-Jährige die an Brustkrebs erkrankt kommt man in der Statistik quasi nicht vor. Platt gesagt: Das Risiko, als gesunder Mann mit 45 Jahren an einem Herzinfarkt zu erkranken ist 3,4 % – wie hoch ist für mich das Risiko zu diesen 3,4% zu gehören? Statistisch exakt: 50% , weil 50/50 bedeutet: ich weiß es nicht. Aber diese Ungewissheit kann individuelle ärztliche Untersuchung spezifizieren!

Fazit: Wer sich selbst der Nächste ist, ist nur individuell erkennbar – nie statistisch erfassbar.

Insofern legt der aufgeklärte Bürger Wert auf individuelle – gebenenfalls auch ärztliche – Einschätzung seiner gesundheitlichen Situation.

Womit wir zu einem weiteren Kritikpunkt an Vorsorgeuntersuchungen kommen:

Schon der Gang zum Arzt, das Argumentieren mit Krankheitsgefahren, womöglich das Feststellen eines dann doch nicht relevanten pathologischen Wertes erzeuge beim Bürger das Bewusstsein, krank zu sein, fördere Angst vor Krankheit. Daneben steht herkömmlich die Angst des Arztes, etwas Gefährliches doch übersehen zu haben als Verstärker dieser Verunsicherung.

Richtig! Immer haben wir nur auf die Krankheit gestarrt: sie früh erkennen, sie zu vermeiden, sie aus zu rotten, sie zu heilen.

Helfen kann hier die Umkehr des Denkens im Sinne des Ansatzes der Salutogenese : Das Ausmass der Gesundheit feststellen, wo liegen die gesundheitlichen Stärken, die es zu trainieren gilt, wie beschreiben wir bei chronisch Kranken die Restgesundheit, die es aus zu bauen gilt – so muss aus Krankheitsvorsorge die Gesundheitsverbesserung werden.

Gesundheitsverbesserung durch den richtigen – vom Hausarzt individualisierten – Impfschutz , wie er auf www.rki.de nach zu lesen ist; Gesundheitsverbesserung durch die richtige Lebensweise, die wir uns individuell vom Arzt untermauern lassen können, oder die notwendige Therapie , wenn es Restgesundheit ist, die mal eben einen Bypass oder Stent erforderlich macht.

Die hochpräzisen Mittel hier effizient jeden individuell gesundheitlich zu checken, das ärztliche know-how , sie sind vorhanden.

Sinnvoll vom Hausarzt ( Allgemeinmediziner oder Internist mit Erfahrung) im Sinne einer Stufendiagnostik aufgebaut, kann dies bezahlbar bleiben, wenn im Gesundheitswesen das Geld eingespart wird, welches unsinnig Verwendung findet.

Andererseits ist jedem sein höchstes Gut: Gesundheit auch so viel wert, dass er bereit sein wird, für das von Ärzten Unternommene und Angeregte, was nachvollziehbar vernünftig ist , Geld aus der eigenen Tasche aus zu geben.

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