Prävention – Prophylaxe – Vorsorge aus medizinischer Sicht (Teil 2)

Prävention – Prophylaxe – Vorsorge aus medizinischer Sicht (Teil 1)

Weithin bekannt sind die Vorsorgeprogramme, die bei den GKV-Patienten ( Patienten, die gesetzlich krankenversichert sind) bezahlt und beworben werden. Jede werdende Mutter erhält Ihren Vorsorgepass. Jedes Neugeborene bekommt sein Vorsorgeheft. Ab einem Alter von 35 Jahren wird der Check-up 35 beworben. Es gibt klare Vereinbarungen über Gesundheitsvorsorge, Krebsvorsorge, Hautkrebsscreening. Siehe hierzu z.B. : www.patientenberatung-wl.de

Dasjenige, was da im Rahmen der bezahlten Vorsorgeuntersuchungen allerdings vom Arzt untersucht werden kann, ist weitaus weniger, als der Patient erwartet und der Arzt für sinnvoll hält. Noch nicht einmal ein Blutbild – nötig zum Erkennen einer „ Blutarmut“ – ist Bestandteil.

Den gesetzlich Versicherten werden daher von fürsorglichen Ärzten auf Selbstzahlerbasis etliche zusätzliche Leistungen angeboten. Angefangen in der Schwangerschaft – die Sorge um das Ungeborene fördert die Bereitschaft, außerhalb des Leistungsumfangs der Krankenkassen Geld aus zu geben – bis hin zu PSA – Bestimmung beim Mann ( Prostata-spezifisches – Antigen= Indikator für das Vorliegen vieler Prostatakrebsarten).

Ganz anders sieht die Lage für Privatpatienten aus. Laut GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) steht jedem privat Versicherten einmal pro Jahr eine Vorsorgeuntersuchung zu, egal, wie alt er ist. Die privaten Krankenversicherer wollen zwar den Umfang auf das Maß dessen reduziert wissen, was bei GKV-Versicherten bezahlt wird.

So wird ärztliche Kunst zu robotermässiger Ausführung vorgegebener Raster, aus solchem Denken werden dann Maschinen wie das PRÄVENTIOMETER entwickelt. Bezahlt wird in der Medizin das Notwendige  (von wem auch immer als solches definiert), keineswegs das Sinnvolle.

Der Arzt ist gegenüber den Kostenträgern neben der Beschränkung auf das medizinisch Notwendige auch zur Wirtschaftlichkeit verpflichtet, gegenüber seinem ärztlichen Gewissen aber zu dem größten gesundheitlichen Nutzen der Individualität , die vor ihm steht, die ihm die beratende Sorge um ihr Wohlergehen anvertraut.

Bei der gründlichen Anamnese lassen sich schon Risikofaktoren und Erkrankungshinweise erfassen, die es dem Arzt ermöglichen, die medizinische Notwendigkeit weiterer Untersuchungen anzuordnen, die den Umfang und damit die Aussagekraft eines Check-Ups deutlich erhöhen.

So kann in gewissen Grenzen beim GKV-Patienten erst recht aber beim Privatpatienten eine gründliche Check-up – Untersuchung zur Feststellung vorliegender Risiken, Vorstufen einer Erkrankung oder Hinweisen auf das Vorliegen einer Erkrankung erfolgen.

Bestandteil der Untersuchung ist die Beratung über die Ergebnisse, Erläutern von Strategien, wie mit den Ergebnissen um zu gehen ist. Auch bei medizinischer Notwendigkeit bleibt selbst bei Privatpatienten ein geringes Restrisiko der unvollständigen Erstattung.

Dennoch ist von vorauseilendem Gehorsam ab zu raten. Was der Arzt für Notwendig erachtet, wird er dem Kostenträger gegenüber in der Regel auch wirksam als erstattungsfähig begründen können. Von der Einholung von Kostenzusagen im Vorhinein rate ich gemeinhin ab.

Prävention – Prophylaxe – Vorsorge aus medizinischer Sicht (Teil 3)

Leave a Reply


About us

Bonds & Shares is a participatory non-Profit information platform for, through and by experts in finance and business.


CONTACT US

CALL US ANYTIME