Autokennzeichen in Deutschland – Das sollten Sie beachten!

Ohne eine Zulassung darf in Deutschland kein Fahrzeug auf öffentlichen Straßen bewegt werden. Allerdings gibt es eine große Auswahl von Autokennzeichen, bei der man leicht den Überblick verlieren kann: zeitlich befristete, rote und grüne, das EU-Kennzeichen, solche für Oldtimer und gesonderte für E-Autos. Und auch bei der Zeichenkombination auf dem Nummernschild ist nicht alles erlaubt. Was Manager bei der Wahl des richtigen Autokennzeichens, z.B. für einen Firmenwagen, beachten sollten, erfahren Sie hier.

Kosten für Autokennzeichen

Das teuerste Autokennzeichen der Welt wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten für über fünf Millionen Euro versteigert. Es zeigt lediglich die Ziffer fünf – die Lieblingszahl des Käufers. Dieser Fall ist das beste Beispiel dafür, dass im Bereich der Nummernschilder beinahe alles möglich ist.

Hierzulande fallen die Gebühren für Wunschkennzeichen selbstverständlich um einiges günstiger aus. Sowohl die Anfertigung als auch die Anmeldung bei der Kfz-Behörde variieren aber je nach Bundesland.

Welche Kennzeichen sind erlaubt?

Grundsätzlich ist bei den Zahlen- und Buchstabenkombination das meiste erlaubt. Je nachdem, in welcher Stadt man die Anmeldung vornimmt, können sich lustige oder auch zweideutige Anspielungen ergeben. Selbst wenn sich einige Verkehrsteilnehmer daran stören, sind Kennzeichen, wie S-EX 69 in Stuttgart oder BIT-CH in Bitburg, nicht verboten.

Auch manche Behörden senden mit ihren Nummernschildern Botschaften, z.B. die Augsburger Rettungswagen, die bei einem Unglück mit dem Kennzeichen A-UA vorfahren, oder der Abschleppdienst im niedersächsischen Helmstedt mit der Kombination HE-LP.

Wer seinen Firmenwagen ebenfalls mit einem passenden Kürzel versehen möchte, dem sind – bis auf die eigene Stadt – somit kaum Grenzen gesetzt. Seit dem neuen Gesetz im Januar 2015 ist es Kfz-Haltern aber auch bei einem Umzug möglich, ihr vorhandenes Kennzeichen zu behalten. Wer also unbedingt einen anderen Anfangsbuchstaben benötigt, kann sein Fahrzeug sogar in einer anderen Stadt anmelden.

Was ist verboten?

In Deutschland sind aus historischen Gründen einige Verbote bei den Nummernschildern verhängt worden. So werden in keinem Bundesland die Buchstabenkombinationen HJ, KZ, NS, SA und SS zu finden sein. In Brandenburg sind zusätzlich die Zahlenkombinationen 88, 18, 8888 und ähnliche untersagt. Und auch in bestimmten Ortschaften ist Vorsicht geboten, wie z.B. im Kreis Dithmarschen (Heide) in Schleswig-Holstein, wo das Kfz-Kennzeichen HEI-L nicht vergeben werden darf. Einschränkungen bei der Wahl der Nummernschilder sind somit ausschließlich für Anspielungen auf die Zeit des Nationalsozialismus vorhanden.

Typologie der Autokennzeichen

E-Autos werden im Management-Bereich immer beliebter, und auch für diese gibt es gesonderte Nummernschilder. Grundsätzlich sehen sie zwar aus wie die üblichen EU-Kennzeichen, hinter der Erkennungsnummer ist aber zusätzlich ein „E“ eingeprägt, welches Vorteile und Sonderrechte für den Fahrzeuginhaber einräumt. Dazu gehören z.B. teilweise kostenloses Parken, freigegebene Busspuren oder aufgehobene Zufahrtsbeschränkungen.

Noch immer beliebt sind Fahrten mit dem Oldtimer. Dabei handelt es sich um einen Wagen, der vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen ist, weitestgehend dem Originalzustand entspricht und sich in einem guten Erhaltungszustand befindet. Um eine Zulassung für den Dauerbetrieb seines Oldtimers zu erhalten, muss sich auf dem Kennzeichen ein zusätzliches „H“ am Ende befinden. Das sogenannte 07-Kennzeichen mit roter Schrift wird dagegen nur verwendet, wenn das betreffende Fahrzeug an Veranstaltungen teilnimmt, die laut Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) “der Darstellung von Oldtimer-Fahrzeugen und der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen”.

Weitere Informationen zu Autokennzeichen in Deutschland, z.B. zu den Sonderkennzeichen der Behörden oder den Sanktionen bei einem fehlenden Autokennzeichen, finden Sie kostenfrei unter www.bussgeldkatalog.net/kfz-kennzeichen.

Laura GOSEMANN

Laura GOSEMANN

Laura Gosemann studierte Germanistik und Linguistik an der Universität zu Potsdam. Derzeit ist Sie für verschiedene Verbände und Stellen als freie Rechtsjournalistin redaktionell tätig. In ihren Beiträgen behandelt sie schwerpuntkmäßig Themenkomplexe aus den Bereichen Verkehrs-, Familien- und Sozialrecht sowie dem Bereich des Datenschutzes.


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