Berthold Beitz: Die Biographie

Verlag:        Berlinverlag GmbH, Berlin
Vorwort:    Helmut Schmidt
Autor:         Joachim Käppner

Eine publizistische Sensation“ (Handelsblatt) – ich darf ergänzen: Ein grandioses Buch.

Das Buch ist mit einer ungeheuren Intensität, verständlichen und zugleich eindrucksvollen Sprache geschrieben. Es fesselt den Leser von Beginn an.

Es ist dem großen Denker und Staatsmann Helmut Schmidt vorbehalten, ein würdiges und angemessenes Vorwort zu schreiben. Es nimmt nichts vorweg, sondern zeichnet behutsam den Weg, auf den sich der Leser begeben wird, wenn er sich mit dem Leben und dem Werk von Berthold Beitz zu beschäftigen beabsichtigt. Die Worte sind wohl gewählt, nicht aufdringlich, doch lassen sie schon von Beginn an eine Ahnung aufkommen, dass dieses Buch stilistisch und inhaltlich etwas ganz Besonders ist. Helmut Schmidt zeichnet auf seine ihm eigene klare und hanseatische Art und Weise das Bild eines Mannes, dessen Lebenswerk außergewöhnlich ist und es sich lohnt, damit zu beschäftigen.

Der Autor: „Joachim Käppner, geboren 1961, ist Ressortleiter München bei der Süddeutschen Zeitung und Kolumnist der SZ am Wochenende. Von 1992 bis 2000 arbeitete der Historiker als Redakteur und Reporter beim Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt. Er veröffentlichte u. a. Erstarrte Erinnerung. Der Holocaust im Spiegel der DDR-Geschichtswissenschaft (1999) und ist Herausgeber und Mitautor von Die letzten 50 Tage: 1945 – als der Krieg zu Ende ging (2005) und Befreit, besetzt, geteilt. Deutschland 1945-1949 (2006). …“ Zitat:http://www.weltbild.de/3/16535598-1/buch/berthold-beitz.html?wea=8001208#autorenportrait

Joachim Käppner ist Historiker, und diese geschichtliche Betrachtung durchdringt das gesamte Buch. Jedoch sind es nicht reine Aufzählungen, Aneinanderreihungen von Daten und Fakten, sondern das Verbinden von Geschehnissen in einem großen Kontext, und darin wie ein roter Faden das Leben von Berthold Beitz eingewirkt. So entsteht ein einzigartiges Geflecht, das den Leser zunächst unbemerkt und dann mit jeder Seite intensiv und eindringlich auf eine menschliche und zugleich geschichtliche Reise nimmt.

Die Sprache ist behutsam gewählt, eindringlich aber nicht aufdringlich. Es werden wichtige Wesenszüge von Berthold Beitz beschrieben, die er seit jungen Jahren an besaß: Führungskraft (Führung und Kraft), klares Auftreten, behutsam im Umgang mit Menschen, Mut zu Entscheidungen, Handeln und Eintreten für Menschen, auch in risikobehafteten Situationen, nicht zurückweichen, überzeugen, machen!

Berthold Beitz, geboren 1913 in Pommern, Kindheit, Jugend, Schule und Ausbildung, dann sein früher Einsatz als Führungskraft in der Ölindustrie in Boryslaw, die Rettung von Bürgern jüdischen Glaubens vor den Zugriffen der SS, Krieg und Nachkriegszeit, erste Tätigkeiten in Hamburg, dann der Ruf von Alfried Krupp nach Essen zum Generalbevollmächtigen, Konsolidierung und Ausbau des Unternehmens, der Zusammenschluss mit Thyssen, und nicht zu vergessen, die hohe Auszeichnung durch den israelischen Staat in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem für ihn und seine Frau Else, das sind die Stationen seines Lebens. Diese Stationen hat er mit Inhalt versehen, sein persönlicher Einsatz für die Öffnung nach Osten und insgesamt in die Welt, die vielfältigen Kontakte und Verbindungen, die er weitsichtig und seiner Zeit voraus für Krupp und damit auch für Deutschland geschaffen hat.

Der Leser taucht ein in „Krupp“, die Abschwur vom Rüstungsbetrieb hin zu einem zivilen Unternehmen. Berthold Beitz wird auf diesem Weg zu einem treuen Weggefährten von Alfried Krupp, nicht dominant als Generalbevollmächtigter vor seinem Chef, sondern eher als Diener an seiner Seite. Die Treue und Beziehung zur Familie Krupp, schließlich die Umwandlung des Konzerns in eine Stiftung, die tägliche Sorge und soziale Verantwortung für die Beschäftigten und Krupp. Berthold Beitz und Krupp – eine symbiotische Verbindung, wohl einzigartig in der deutschen Geschichte nach 1945. „Anständig wirtschaften“ – diese Forderung von Hans Küng war für Berthold Beitz von Beginn an die Maxime seines täglichen Handelns. Berthold Beitz – ein unternehmerisches Vorbild, heute mehr denn je! Das diese Ansprüche tatsächlich möglich sind, dafür legt das Buch anschaulich Zeugnis ab.

Joachim Käppner zeichnet das Bild dieser bedeutenden Persönlichkeit, einer wahrhaften Führungskraft, die sich und dem Unternehmen in einer lagen Zeitspanne treu geblieben ist. Zugleich wird deutsche Zeitgeschichte beschrieben, aus der Sicht von Krupp, eine ungewöhnliche Perspektive.

Auf diese mehrfache Reise nimmt Käppner den Leser unaufdringlich an die Hand und führt hinein in eine unbekannte Welt, voller neuen Einsichten und Erkenntnisse.

Beschreibung Umschlagrückseite: „Berthold Beitz hat Zeigeschichte geschrieben. An der Spitze des Krupp-Konzerns war er über Jahrzehnte einer der einflussreichsten Männer der deutschen Wirtschaft, für den soziale Verantwortung stets im Mittelpunkt stand. Seit den fünfziger Jahren machte er Krupp wieder zu einem weltweit anerkannten Unternehmen. Gegen zahllose Wiederstände war er einer der Vorreiter der neuen Ostpolitik. Er sprach sich früh für eine Zwangsarbeiter-Entschädigung aus. Erst spät wurde bekannt, dass er während des Kriegs in Polen Hunderten von verfolgten Juden das Leben gerettet hat – eine Tat, für die er in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt wurde. Beitz‘ leben ist geprägt von mutigem, entschiedenem und oft einsamen Handeln, ein Handeln, wie es nur eine große innere Freiheit möglich macht.“

Ich empfehle diese Biographie von Berthold Beitz allen Unternehmern und Entscheidern, die sich selbst treu bleiben wollen, zugleich auf der Suche nach Orientierung und Beständigkeit sind. Ganz besonders möchte ich es allen Studierenden ans Herz legen, die sich erst auf die Suche begeben, ob nun als Ingenieure, Naturwissenschaftler, Juristen oder Betriebs- und Volkswirte und nach dem Abschluss Verantwortung übernehmen möchten. Besonders für diese Gruppe kann es eine wertvolle Orientierung sein.

Und wer einfach deutsche Zeit- und Wirtschaftsgeschichte erfahren möchte, auch der wird anschließend wie auch ich sagen: „Welch ein phantastisches Buch! – aber auch ergriffen von der Persönlichkeit eines Wirtschaftslenkers sein, der sich selbst Mensch geblieben ist.

 

Heinz LORSE

Heinz LORSE

Heinz Lorse ist ein deutscher Experte für Strategische Unternehmensführung, Strategische Unternehmenssicherheit & Unternehmensschutz, integrale Berechtigungsmanagement- und Zugangssysteme, internationale Standards [IFS Food, C-TPAT]). Er verfügt über eine langjährige Führungserfahrung bei einem Marktführer der Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Im Anschluss an seinen Wechsel in den Ruhestand ist er als Redakteur und Gastautor tätig.


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